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Verständlich aufbereitete Hintergrundinformationen zu Training, Prävention und Gesundheit – wissenschaftlich fundiert und mit Blick auf die praktische Umsetzung.

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Aktuelle Wissensbeiträge

Ganzkörper-Elektromuskelstimulation

EMS-Training: Wirkung, Anwendung und Sicherheit

Beim Ganzkörper-EMS werden große Muskelgruppen gleichzeitig durch elektrische Impulse angesprochen. Richtig dosiert kann das Training Kraft und Muskelmasse fördern und eine zeiteffiziente Ergänzung zu herkömmlichem Training sein. Entscheidend sind eine sorgfältige Eingangsbefragung, eine langsame Gewöhnung und eine verantwortungsvolle Intensitätssteuerung.

Zuletzt fachlich aktualisiert: Juli 2026

Grundlagen

Wie funktioniert EMS?

Unsere Muskeln werden normalerweise durch elektrische Signale des Nervensystems aktiviert. Beim EMS-Training kommen zusätzliche, von außen erzeugte Impulse hinzu. Beim Ganzkörper-EMS – häufig als WB-EMS bezeichnet – werden mehrere große Muskelgruppen gleichzeitig über Elektroden angesprochen.

Die Intensität lässt sich für einzelne Körperregionen getrennt einstellen. Dadurch kann das Training an Trainingszustand, Zielsetzung und persönliches Empfinden angepasst werden. Die Impulse ersetzen die aktive Bewegung nicht: Besonders sinnvoll ist die Kombination aus elektrischer Stimulation, bewusster Muskelspannung und kontrolliert ausgeführten Übungen.

EMS ist kein passives „Zaubertraining“

Der Trainingserfolg entsteht auch beim EMS durch einen ausreichend starken Trainingsreiz, regelmäßige Wiederholung, Erholung und eine passende Lebensweise. EMS kann diese Faktoren wirkungsvoll ergänzen, aber nicht ersetzen.

Was die Forschung zeigt

Welche Wirkungen sind realistisch?

Kraft und Muskelmasse

Hier ist die Studienlage am überzeugendsten. Systematische Auswertungen zeigen, dass WB-EMS die Muskelkraft und fettfreie beziehungsweise muskuläre Masse bei nicht sportlich trainierten Erwachsenen verbessern kann.

Rücken und Rumpf

Untersuchungen bei chronischen unspezifischen Rückenschmerzen berichten über weniger Schmerzen und mehr Rumpfkraft. In einer Vergleichsstudie waren die Ergebnisse ähnlich wie bei einem anerkannten Rückenkräftigungsprogramm.

Körperfett und Gewicht

Die Ergebnisse sind uneinheitlicher als bei Kraft und Muskelmasse. EMS allein ist keine verlässliche Methode zur Gewichtsabnahme. Für den Fettabbau bleiben Energiebilanz, Ernährung, Alltagsbewegung und Ausdauertraining entscheidend.

Zeiteffizienz und Gelenke

Da viele Muskelgruppen gleichzeitig trainiert werden und nur geringe äußere Lasten nötig sind, können kurze und vergleichsweise gelenkschonende Einheiten einen wirksamen Kraftreiz setzen.

Am stärksten als Ergänzung

EMS eignet sich besonders als kompakter Krafttrainingsbaustein. Für eine umfassende Fitness sollten zusätzlich Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und regelmäßige Alltagsbewegung berücksichtigt werden.

Dosierung und Regeneration

Wie häufig und wie intensiv sollte man trainieren?

EMS kann trotz kurzer Trainingszeit einen starken muskulären Reiz auslösen. Mehr Intensität ist deshalb nicht automatisch besser. Besonders in den ersten Wochen muss sich der Körper schrittweise an die ungewohnte Belastung anpassen.

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    Moderat beginnen

    Die ersten Einheiten dienen dem Kennenlernen der Impulse. Hohe Intensitäten, Training bis zur Erschöpfung und ein dauerhaft maximaler Reiz sind zu vermeiden.

  2. 2

    Langsam steigern

    Die Intensität wird über mehrere Wochen individuell erhöht. Die Einstellung jeder Körperregion sollte mehrfach während der Einheit kontrolliert werden.

  3. 3

    Erholung einplanen

    Die internationale Sicherheitsempfehlung sieht in den ersten acht bis zehn Wochen höchstens eine intensive Einheit von maximal 20 Minuten pro Woche vor. Danach sollten zwischen intensiven Einheiten mindestens vier Tage liegen.

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    Gut vorbereitet trainieren

    Ausreichend trinken, nicht nüchtern oder deutlich unterversorgt trainieren und bei Fieber, akuter Erkrankung, starkem Unwohlsein oder unter Einfluss von Alkohol und berauschenden Substanzen pausieren.

Verantwortungsvolle Anwendung

Warum Betreuung und Einweisung wichtig sind

Elektrische Impulse können die Muskulatur stärker belasten, als es das subjektive Empfinden zunächst vermuten lässt. Körpereigene Schutzmechanismen begrenzen den von außen gesetzten Reiz nicht so zuverlässig wie bei einer rein willkürlichen Muskelanspannung. Eine gute Anwendung beginnt deshalb mit einer dokumentierten Anamnese und einer konservativen Dosierung.

Im betreuten Training

  • Gesundheitsfragebogen und Prüfung möglicher Kontraindikationen
  • individuelle Einstellung jeder Muskelregion
  • ständige Rückmeldung zum Belastungsempfinden
  • direkter Abbruch bei Beschwerden oder ungewöhnlichen Reaktionen
  • Durchführung durch qualifiziertes Fachpersonal

Beim Training zu Hause

  • gründliche persönliche Einweisung vor der ersten Nutzung
  • Herstellerangaben und freigegebene Programme beachten
  • neue Programme und höhere Intensitäten besonders vorsichtig testen
  • nicht trainieren, wenn Risikofaktoren unklar sind
  • bei Beschwerden sofort abbrechen und gegebenenfalls ärztlich abklären

Für die gewerbliche Anwendung von EMS zur Muskelstimulation ist in Deutschland seit dem 31. Dezember 2022 ein nachweisbarer Fachkundenachweis nach der NiSV erforderlich. Wissenschaftliche Sicherheitsempfehlungen für kommerzielles WB-EMS sprechen sich zudem für eine enge Betreuung durch qualifizierte Trainer aus.

Seltene, aber ernst zu nehmende Überlastung

Eine zu intensive erste Einheit kann in seltenen Fällen zu einer schweren Muskelschädigung führen. Ungewöhnlich starke oder zunehmende Muskelschmerzen, ausgeprägte Schwellungen, starke Schwäche oder dunkel verfärbter Urin sollten zeitnah medizinisch abgeklärt werden. Bei Brustschmerz, Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Ohnmacht oder neurologischen Symptomen ist das Training sofort zu beenden und unverzüglich medizinische Hilfe zu suchen.

Vor dem ersten Training prüfen

Wann darf EMS nicht oder nur nach ärztlicher Freigabe eingesetzt werden?

Die folgende Übersicht orientiert sich an den 2024 veröffentlichten deutschen Konsensempfehlungen für nichtmedizinisches Ganzkörper-EMS. Sie ersetzt weder eine individuelle ärztliche Beurteilung noch den Gesundheitsfragebogen vor dem Training.

Keine Anwendung im nichtmedizinischen EMS-Training

Absolute Kontraindikationen

  • akute Erkrankungen, bakterielle Infektionen oder entzündliche Prozesse
  • kürzlich erfolgte Operationen im Stimulationsbereich
  • Arteriosklerose oder arterielle Durchblutungsstörungen
  • Stents oder Bypässe, die seit weniger als sechs Monaten bestehen
  • unbehandelter Bluthochdruck
  • Schwangerschaft
  • elektrische Implantate oder Herzschrittmacher
  • Herzrhythmusstörungen
  • schwere Blutgerinnungsstörungen oder ausgeprägte Blutungsneigung
  • neurologische Erkrankungen, neuronale Störungen oder Epilepsie
  • Bauchwand- oder Leistenbruch
  • akuter Einfluss von Alkohol, Drogen oder anderen berauschenden Substanzen

Nur nach ärztlicher Freigabe und mit besonderer Fachkenntnis

Relative Kontraindikationen

  • Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2
  • Tumor- oder Krebserkrankungen
  • akute Rückenschmerzen ohne gesicherte Diagnose
  • akute Neuralgien oder Bandscheibenvorfälle
  • Implantate, die seit mehr als sechs Monaten bestehen
  • Erkrankungen innerer Organe, insbesondere Nierenerkrankungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Kinetosen beziehungsweise ausgeprägte Neigung zu Bewegungsübelkeit
  • stärkere Flüssigkeitseinlagerungen oder Ödeme
  • offene Hautverletzungen, Wunden, Ekzeme oder Verbrennungen im Bereich der Elektroden
  • Medikamente im Zusammenhang mit den genannten Erkrankungen

Im Zweifel gilt: erst klären, dann trainieren

Neue Diagnosen, Operationen, Medikamente oder Veränderungen des Gesundheitszustands sollten dem Trainer vor der nächsten Einheit mitgeteilt werden. Eine relative Kontraindikation bedeutet nicht automatisch, dass EMS ausgeschlossen ist – sie verlangt jedoch eine ärztliche Zustimmung und eine besonders qualifizierte Betreuung.

Zusammenfassung

Was du über EMS mitnehmen solltest

  • EMS kann Kraft und Muskelmasse mit vergleichsweise kurzen Trainingseinheiten wirksam fördern.
  • Für Gewichtsabnahme und allgemeine Fitness bleibt es ein Baustein innerhalb eines umfassenden Bewegungs- und Ernährungskonzepts.
  • Die ersten Wochen müssen bewusst moderat gestaltet werden; hohe Intensität und häufige Einheiten erhöhen nicht automatisch den Nutzen.
  • Gesundheitsprüfung, qualifizierte Einweisung und eine ehrliche Rückmeldung während des Trainings sind zentrale Sicherheitsfaktoren.
  • Bei Erkrankungen, Implantaten, Medikamenten oder unklaren Beschwerden sollte vorab medizinischer Rat eingeholt werden.

Praktische Umsetzung

EMS im Stromstüberl kennenlernen

Auf unserer EMS-Seite findest du Informationen zum betreuten Personaltraining sowie zu Kauf und Miete der EasyMotionSkin HomeEdition.

Zu den EMS-Angeboten

Literatur und Regelwerk

Ausgewählte Quellen

  1. Kemmler W. et al. (2021): Efficacy of Whole-Body Electromyostimulation on Body Composition and Muscle Strength in Non-athletic Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis.
  2. Kemmler W. et al. (2023): Position statement and updated international guideline for safe and effective whole-body electromyostimulation training.
  3. von Stengel S. et al. (2024): Revised contraindications for the use of non-medical WB-electromyostimulation – Evidence-based German consensus recommendations.
  4. Weissenfels A. et al. (2019): Comparison of WB-EMS versus recognized back-strengthening exercise training on chronic nonspecific low back pain.
  5. Bundesministerium für Umwelt: Fachkunde für gewerbliche EMS-Anwendungen.
  6. § 7 NiSV – Fachkunde zur elektrischen Nerven- und Muskelstimulation.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er stellt keine medizinische Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar und kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.

Gesundheitsorientiertes Bewegungstraining

Präventionstraining: Gesundheit stärken, bevor Beschwerden entstehen

Präventionstraining setzt an, bevor eine Erkrankung oder dauerhafte Einschränkung entsteht. Es stärkt körperliche Ressourcen, vermindert beeinflussbare Risikofaktoren und vermittelt Fähigkeiten, mit denen Bewegung langfristig zum selbstverständlichen Teil des Alltags werden kann.

Zuletzt fachlich aktualisiert: Juli 2026

Vorbeugen statt erst reagieren

Was ist Präventionstraining?

Präventionstraining ist kein einzelnes Trainingssystem. Gemeint ist ein planmäßiges, gesundheitsorientiertes Bewegungstraining, das die Belastbarkeit erhält oder verbessert und typischen Folgen von Bewegungsmangel entgegenwirkt. Im Mittelpunkt stehen nicht sportliche Höchstleistungen, sondern Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität.

Zur Primärprävention gehören Maßnahmen, die Krankheitsrisiken vermindern und gesundheitsförderndes Verhalten stärken, bevor eine behandlungsbedürftige Erkrankung entstanden ist. Training kann dabei an vorhandene Ressourcen anknüpfen und zugleich Risikofaktoren wie geringe Muskelkraft, niedrige Ausdauer, eingeschränkte Gleichgewichtsfähigkeit oder langes Sitzen beeinflussen.

Prävention ist nicht Therapie

Ein Präventionsangebot ersetzt keine ärztliche Diagnostik, Physiotherapie oder medizinische Rehabilitation. Bestehen akute, ungeklärte oder behandlungsbedürftige Beschwerden, muss zunächst geklärt werden, welches Vorgehen sicher und angemessen ist.

Mehr als Rückengymnastik

Die vier zentralen Trainingsbausteine

Kraft

Kräftige Muskeln unterstützen Gelenke und Wirbelsäule, erleichtern alltägliche Aufgaben und helfen, die körperliche Leistungsfähigkeit mit zunehmendem Alter zu erhalten. Sinnvoll ist ein Training aller großen Muskelgruppen.

Ausdauer

Regelmäßige aerobe Bewegung fordert Herz, Kreislauf, Atmung und Stoffwechsel. Zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder vergleichbare Aktivitäten lassen sich häufig gut in den Alltag integrieren.

Koordination und Gleichgewicht

Koordinative Aufgaben verbessern die Bewegungssteuerung. Gleichgewichtstraining gewinnt besonders mit zunehmendem Alter an Bedeutung, weil es Sicherheit in Alltagssituationen und die Sturzprävention unterstützt.

Beweglichkeit und Alltagsbewegung

Gezielte Mobilitätsübungen können individuelle Bewegungseinschränkungen angehen. Ebenso wichtig ist, häufige Sitzzeiten zu unterbrechen und über den Tag verteilt regelmäßig in Bewegung zu kommen.

Die Mischung macht den Unterschied

Ein ausgewogenes Präventionsprogramm verbindet mehrere Fähigkeiten. Nur Dehnen, nur Ausdauer oder nur Krafttraining lässt wichtige gesundheitliche Ressourcen unberücksichtigt.

Gesundheitliche Ressourcen

Was regelmäßige Bewegung bewirken kann

Regelmäßige körperliche Aktivität ist mit vielfältigen gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Sie kann das Risiko zahlreicher nichtübertragbarer Erkrankungen senken, die körperliche und psychische Funktionsfähigkeit verbessern und dazu beitragen, im Alltag länger selbstständig zu bleiben. Einzelne Trainingseinheiten können bereits positive Effekte haben; die größten nachhaltigen Wirkungen entstehen jedoch durch Regelmäßigkeit.

Herz und Stoffwechsel

Ausdauer- und Kraftaktivitäten unterstützen unter anderem Blutdruckregulation, Insulinsensitivität, Blutzuckerkontrolle und einen gesundheitsförderlichen Umgang mit Körpergewicht.

Muskeln, Knochen und Gelenke

Angemessene Belastungsreize fördern Muskelkraft und körperliche Belastbarkeit. Kraft- und gewichttragende Aktivitäten helfen, die Funktion des Bewegungsapparats zu erhalten.

Wohlbefinden und Schlaf

Bewegung kann Stimmung, Stressregulation, Schlafqualität und subjektives Wohlbefinden positiv beeinflussen. Sie ist damit auch ein wichtiger Baustein psychischer Gesundheit.

Alltagskompetenz

Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht erleichtern Treppensteigen, Tragen, Aufstehen und längere Wege. Prävention zielt deshalb nicht nur auf Messwerte, sondern auf spürbare Handlungssicherheit im Alltag.

Risikominderung ist keine Garantie

Auch sehr gutes Training kann Krankheiten nicht sicher verhindern. Es kann jedoch beeinflussbare Risiken reduzieren und körperliche Reserven vergrößern – und damit die Voraussetzungen für Gesundheit und Belastbarkeit verbessern.

Orientierung für Erwachsene

Wie viel Bewegung ist empfehlenswert?

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen pro Woche 150 bis 300 Minuten aerobe Aktivität mit moderater Intensität oder 75 bis 150 Minuten mit höherer Intensität – beziehungsweise eine entsprechende Kombination. Zusätzlich sollten an mindestens zwei Tagen pro Woche alle großen Muskelgruppen gekräftigt werden. Jede Bewegung zählt: Wer bisher wenig aktiv ist, profitiert bereits davon, mit kleinen, realistischen Umfängen zu beginnen.

  1. 1

    Am Ausgangspunkt beginnen

    Der passende Einstieg richtet sich nach Trainingszustand, Gesundheit, Alltag und bisherigen Bewegungserfahrungen. Zu große Anfangsschritte erhöhen vor allem Muskelkater, Überforderung und Abbruchrisiko.

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    Zweimal pro Woche kräftigen

    Ein Ganzkörpertraining an zwei nicht unmittelbar aufeinanderfolgenden Tagen ist für viele Menschen eine praktikable Grundlage. Technik und kontrollierte Belastungssteigerung sind wichtiger als möglichst hohe Gewichte.

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    Ausdauer über die Woche verteilen

    Moderate Intensität bedeutet ungefähr: Sprechen ist noch möglich, längeres Singen wird schwierig. Zügige Alltagswege können ebenso beitragen wie bewusst geplante Trainingseinheiten.

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    Sitzen unterbrechen und Balance ergänzen

    Kurze Bewegungspausen über den Tag sind ein eigener Gesundheitsbaustein. Ältere Menschen und Personen mit erhöhtem Sturzrisiko sollten zusätzlich regelmäßig Gleichgewicht und funktionelle Kraft trainieren.

Konstanz schlägt Perfektion

Ein etwas kleineres Programm, das dauerhaft umgesetzt wird, ist meist wertvoller als ein idealer Plan, der nur wenige Wochen durchgehalten wird. Gute Prävention verbindet wirksame Reize mit Freude, Alltagstauglichkeit und ausreichend Erholung.

Planvoll und alltagstauglich

Woran erkennt man gutes Präventionstraining?

  • Individuelle Ausgangslage: Übungen und Belastung passen zu Fähigkeiten, Beschwerden, Zielen und Erfahrung.
  • Kontrollierte Steigerung: Umfang, Intensität und Schwierigkeit werden schrittweise erhöht, statt ständig maximal zu trainieren.
  • Saubere Bewegungsausführung: Die Übungsqualität bleibt auch unter Belastung erhalten.
  • Mehrere körperliche Fähigkeiten: Kraft, Ausdauer, Koordination, Gleichgewicht und Beweglichkeit werden sinnvoll kombiniert.
  • Wissen und Selbstwirksamkeit: Teilnehmende verstehen, warum sie etwas tun, und können Übungen später eigenständig anpassen.
  • Transfer in den Alltag: Das Training schafft Routinen, die auch außerhalb eines Kurses oder Studios Bestand haben.

Gesundheitsorientiert bedeutet nicht reizarm

Damit der Körper sich anpasst, braucht er einen spürbaren und mit der Zeit steigenden Trainingsreiz. Präventionstraining darf anstrengend sein – es sollte aber kontrolliert, angemessen und erholbar bleiben.

Sicher einsteigen

Für wen eignet sich Präventionstraining?

Gesundheitsorientiertes Training lässt sich grundsätzlich an sehr unterschiedliche Alters- und Leistungsgruppen anpassen. Besonders profitieren können Menschen, die bisher wenig aktiv sind, ihre allgemeine Belastbarkeit verbessern, altersbedingtem Funktionsverlust vorbeugen oder nach abgeschlossener medizinischer Behandlung wieder eine dauerhafte Bewegungsroutine entwickeln möchten.

Ein guter Einstieg

  • gesundheitliche Ausgangslage und bisherige Aktivität besprechen
  • mit gut beherrschbaren Übungen und moderater Belastung starten
  • Belastungsreaktionen während und nach dem Training beobachten
  • Trainingsumfang nur schrittweise erhöhen
  • bei bestehenden Erkrankungen medizinische Empfehlungen berücksichtigen

Vorher medizinisch klären

  • Brustschmerz, Ohnmacht oder ungeklärte Atemnot bei Belastung
  • neue neurologische Symptome oder plötzlich starke Beschwerden
  • akute Infektion, Fieber oder deutliche allgemeine Schwäche
  • unkontrollierter Bluthochdruck oder instabile Herz-Kreislauf-Erkrankung
  • frische Operation, akute Verletzung oder unklare starke Schmerzen

Menschen mit chronischen Erkrankungen müssen Bewegung nicht grundsätzlich meiden. Häufig ist angepasstes Training sogar besonders wertvoll. Art, Dosierung und Überwachung sollten jedoch zur Erkrankung, Behandlung und individuellen Belastbarkeit passen.

Qualitätsgesicherte Gesundheitskurse

Was bedeutet „Präventionskurs nach §20 SGB V“?

§20 SGB V bildet die rechtliche Grundlage für Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zur primären Prävention und Gesundheitsförderung. Der Leitfaden Prävention des GKV-Spitzenverbandes legt fest, welche Handlungsfelder, Kurskonzepte und Qualifikationen für eine Förderung anerkannt werden können.

Zertifizierte Präventionskurse sind zeitlich begrenzte, strukturierte Angebote. Sie verbinden praktische Übungen mit Wissen und Strategien für den Alltag. Ziel ist nicht, Teilnehmende dauerhaft von einem Kurs abhängig zu machen, sondern sie zu befähigen, gesundheitsförderndes Verhalten anschließend selbstständig fortzuführen.

Allgemeines Präventionstraining

Jedes fachlich sinnvoll aufgebaute, gesundheitsorientierte Training kann präventiv wirken. Daraus folgt jedoch nicht automatisch eine Zertifizierung oder Kostenerstattung durch eine Krankenkasse.

Zertifizierter §20-Kurs

Das Kurskonzept, die Anbieterqualifikation und die formalen Qualitätskriterien wurden geprüft. Die konkrete Erstattungshöhe und die Zahl förderfähiger Kurse legt die jeweilige Krankenkasse fest.

Kein Ersatz für Behandlung oder Rehabilitation

Ein §20-Präventionskurs richtet sich grundsätzlich an Menschen ohne behandlungsbedürftige akute Erkrankung. Medizinische Therapie, Heilmittel und Rehabilitationssport verfolgen andere Ziele und unterliegen anderen Voraussetzungen.

Zusammenfassung

Was du über Präventionstraining mitnehmen solltest

  • Präventionstraining stärkt körperliche Ressourcen und wirkt typischen Folgen von Bewegungsmangel entgegen.
  • Ein gutes Programm verbindet Kraft, Ausdauer, Koordination, Gleichgewicht, Beweglichkeit und Alltagsbewegung.
  • Für Erwachsene sind 150 bis 300 Minuten moderate Ausdaueraktivität pro Woche und Muskelkräftigung an mindestens zwei Tagen eine wichtige Orientierung.
  • Das Training sollte individuell, schrittweise steigerbar und langfristig umsetzbar sein.
  • Zertifizierte §20-Kurse vermitteln Wissen und praktische Fähigkeiten für eine selbstständige Fortführung im Alltag.

Praktische Umsetzung

Präventionskurse im Stromstüberl

Unsere gesundheitsorientierten Kurse verbinden kontrolliertes Training mit verständlichem Wissen und konkreten Anregungen für deinen Alltag.

Zu den Präventionskursen

Empfehlungen und Regelwerk

Ausgewählte Quellen

  1. World Health Organization (2020): WHO Guidelines on Physical Activity and Sedentary Behaviour.
  2. Bundesministerium für Gesundheit: Bewegungsförderung bei Erwachsenen von 18 bis 64 Jahren in Deutschland – Kurzversion.
  3. Robert Koch-Institut: Körperliche Aktivität und Gesundheit.
  4. §20 SGB V – Primäre Prävention und Gesundheitsförderung.
  5. GKV-Spitzenverband (2025): Leitfaden Prävention.
  6. GKV-Spitzenverband: Informationen zu Primärpräventionskursen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Er stellt keine medizinische Diagnose oder individuelle Trainingsempfehlung dar. Bei Erkrankungen, akuten Beschwerden oder Unsicherheit sollte das Training mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.